Filme, Fotos, Fisch: Hotel serviert eine Reise durch Helgolands Geschichte

Von: Claudia Eicke-Diekmann

Helgolands Hotelier Detlev Rickmers beschreitet neue Wege: Der 48-Jährige setzt in seinem traditionsreichen Vier-Sterne-Hotel "Rickmers Insulaner" und "Rickmers Galerie Restaurant" künftig mit frischen Konzepten auf alte Werte

Helgoland -

Der Hotelaufenthalt soll für Rickmers Gäste nicht nur Erholung und Wellness nach Helgoländer Lebensart angesichts einer gewaltigen Naturkulisse sein, sondern auch eine Reise durch die Insel- und Familienhistorie bieten. Keine Ecke in "Rickmers Insulaner", in der nicht Bilder, Bücher oder Fotos von alten Inselzeiten und Familienabenteurern erzählt: Von Rickmers Clasen Rickmers, geborener Helgoländer und Gründer der Reedereien Rickmers. Oder vom durch seine Gedichte und Geschichten berühmt gewordenen Inselsohn James Krüss, ein Onkel des Hoteliers.

Eben neu eröffnet: Der am Hotelgelände mündende Transporttunnel zum Oberland. Eine aus Familienarchiven und Wochenschaumaterial zusammengestellte Filminstallation und digitale Fotoshows machen den Hotelgästen die Festungsgeschichte Helgolands in historischer Umgebung erlebbar.

Beim "Fine Dining" in der neu gestalteten Galerie gucken die Gäste auf Rickmers imposante Sammlung an Helgoland-Gemälden an den Wänden. "Auf unserer Speisenkarte stehen Gerichte mit Geschichte, die unseren Gästen den Speiseplan der Insulaner näherbringen", so Detlev Rickmers. "Bass Hallunder iiten", lautet das Motto. Bestes Helgoländer Essen. Klar: Hier gibt es viel Fisch, Helgoländer Hummer, Knieper in der Suppe oder als Sushi, aber auch internationale Gerichte, die Helgoländer Seeleute aus aller Welt mitbrachten.

Am liebsten erzählt Detlev Rickmers seinen Gästen selbst Geschichten: Von alten Zeiten, aber auch von der Zukunft seiner Insel. Die sieht der Geschäftsmann nicht so düster, wie es sich angesichts sinkender Übernachtungszahlen auf dem roten Felsen vermuten ließe. "Was die Sonne und das Wetter angeht, kann Helgoland nicht mit Mallorca konkurrieren. Aber wir haben andere Schätze." Wild bewegte Historie und die elementare Natur - von den Kegelrobben über die Seevögel bis hin zum Sturm.

Die Zahlen geben Rickmers Recht: Sein Hotel sei allein in den vergangenen Wintermonaten zu 50 Prozent ausgelastet gewesen. "Der positive Trend wird anhalten", sagt der Unternehmer und gibt richtig Gas: Im Hotelgarten am Felsen wird zurzeit der Boden untersucht. Demnächst entstehen hier 46 moderne Suiten mit Blick auf die Nordsee.

Aus: Hamburger Abendblatt, 10.06.2009, Claudia Eicke-Diekmann